Die Mitgliedsinstitute des Leibniz-Forschungsverbunds „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ haben das Thema  „Proteinforschung“ als wichtiges Querschnittsthema identifiziert. „Proteinforschung“ bezieht sich dabei auf Eiweiß (Pflanze, Tier und andere Organismen) als Schlüsselbaustein menschlicher und tierischer Ernährung. Bisherige Produktions- und Versorgungssysteme verursachen zunehmend und in globalem Maßstab Probleme. Diese umfassen unter anderem:

  • Zunahmen biogeochemischer Flüsse (Stickstoff- und Phosphoreinträge),
  • Landnutzungswandel (Ausweitung von Produktionsflächen)
  • Süßwassernutzung (Bewässerung)
  • Verlust funktioneller und genetischer Vielfalt (Steffen et al. 2015);
  • Gesundheitliche Probleme (Fehl- und Mangelernährung, ungesunde Überernährung) (FAO 2015, 2016).

Im Verbund forschen die Mitglieder daher interdisziplinär und lösungsorientiert vom Molekül bis zur globalen Ökonomie zu

  • ressourceneffizienteren Produktionssystemen (Analyse und Bewertung),
  • Kreislaufwirtschaft und Reststoffverwertung,
  • Proteinmärkten und -handel,
  • alternativen Proteinquellen für Mensch und Tier,
  • Proteinqualität und –wertigkeit für den menschlichen Verzehr,
  • Lebensmittelhygiene und -sicherheit,
  • personalisierten (Mensch) und individualisierten (Tier, anderen Organismen) Proteinbedarfen sowie zu
  • sozioökonomischen Aspekten der Proteinproduktion.

Die primäre Aufgabe unseres Verbunds besteht in der Verknüpfung zunächst unabhängiger Fachgebiete innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft zur Entwicklung gemeinsamer, disziplinübergreifender Fragestellungen. Antworten hinsichtlich der komplexen Frage, wie eine Transformation hin zu nachhaltigeren Lebensmittelversorgungssystemen gelingen kann, erfordert eine kombinierte Nutzung verschiedener Theorien, Ansätze und Methoden.

Der aktuelle gesellschaftliche Diskurs bezüglich der dringenden Notwendigkeit zukunftsfähiger Produktionsweisen und Konsummuster stellt den Forschungsrahmen für die Mitglieder unseres Forschungsverbunds dar – einerseits zur Identifizierung von Forschungsbedarfen, sowie andererseits zur Stärkung der Forschungsexpertise im Themenbereich „Proteinforschung“. 

Ein wichtiges Instrument des Forschungsverbunds ist das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Verbundprojekt „Protein Paradoxes“ – welches als Plattform zur Vernetzung von insbesondere NachwuchswissenschaftlerInnen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Leibniz-Gemeinschaft dient. Das Projekt unterstützt die gemeinsame Entwicklung  von Forschungsfragen, gemeinsames Arbeiten und gemeinsame Zielentwicklung durch strategisches, unter anderem an Zielgruppen ausgerichtetes Projektmanagement.

  1. Poster auf der 7th International Conference on Sustainable Development ICSD

    Dr. Vera Tekken stellte den Leibniz Forschungsverbund "Lebensmittel und Ernährung" vor: 'Crosscutting research for a sustainable food system transformation – a solution-oriented approach'

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Kontakt
Dr. Vera Tekken
Leibniz-Forschungsverbund "Lebensmittel und Ernährung"
c/o Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)
T 0331 56 99 - 854
vtekken@atb-potsdam.de