Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung erfordern und ermöglichen eine Vernetzung bioökonomischer Wertschöpfungsketten und transdisziplinäre Lösungsansätze. Hierzu sind neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie, Politik und Zivilgesellschaft notwendig. Mit dem Ziel unterschiedlichste Expertisen zu bündeln, wurde 2016 die „Innovationsinitiative ‚Landwirtschaft 4.0‘ “ durch den Leibniz-Forschungsverbund „Nachhaltige Lebensmittelproduktion & gesunde Ernährung“ gestartet und ein erstes Positionspapier veröffentlicht.

Der Umfang an Daten, die innerhalb der bioökonomischen Wertschöpfungsketten entstehen, wächst mit der Digitalisierung rasant. Dies eröffnet  Möglichkeiten, die Komplexität der bioökonomischen Wertschöpfungskette als Ganzes zu beschreiben und unter Nachhaltigkeitsaspekten zu bewerten.

Die Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft basieren auf Pflanzen und Tiere, die in Interaktion miteinander und mit der Umwelt stehen und deren Ansprüche und Produktivität in höchstem Maße variabel sind.

Mit „Landwirtschaft 4.0“ könnten idealerweise sowohl die gesellschaftlichen Anforderungen als auch die individuellen Bedürfnisse von Produzenten und Verbrauchern besser als bisher berücksichtigt werden. Durch gestärkte Informationsvernetzung und neue Dokumentationsmethoden wird die Produktion von Nahrungsmitteln und biobasierten Rohstoffen transparenter. Dies gilt regional wie global. Die Akteure der Initiative verstehen den Begriff „Landwirtschaft 4.0“ nicht nur im Sinne der Multifunktionalität landwirtschaftlicher Produktion sondern auch in der Verknüpfung der vor- und nachgelagerten Produktionsbereiche im Gesamtkontext der Bioökonomie.

Die Innovationsinitiative setzt sich zum Ziel, die gesellschaftlichen Interessen sowie die Qualitätsanforderungen der Verbraucher an Produkte und Prozesse direkt mit der Produktion zu verbinden.

Um „Landwirtschaft 4.0“ zu realisieren, stehen Gesellschaft und Wissenschaft, Industrie und Politik vor einer Reihe an Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, bedarf es neben interdisziplinärer Forschung vor allem einer gut vernetzten Gruppe an Experten in allen gesellschaftlichen Bereichen, welche der These folgen, dass die neue Qualität und Quantität von Informationsgewinnung und Entscheidungsfindung einen wesentlichen Beitrag zur wissensbasierten Bioökonomie als Teil eines nachhaltigen Wirtschaftssystems leisten.

Mit dem Positionspapier und den damit verbundenen Forschungsinitiativen konnte ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft geleistet werden. Durch Maßnahmen im Wissenstransfer wurden auch die Politik und die Gesellschaft erreicht: u.a. im Wissenschaftlichen Dienst und bei einer Anhörung im Deutschen Bundestag sowie bei einer Podiumsdiskussion bei dem Global Forum for Food and Agriculture 2019.

Veröffentlichungen

  1. Künstliche Intelligenz in der Agrarwirtschaft

    Weißbuch zur KI und „Sondersitzung AGRAR: Künstliche Intelligenz“

    KI in der Agrarwirtschaft wird greifbarer: Die Europäische Kommission veröffentlichte am 19. Februar 2020 das Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz. Das Verbundprojekt DAKIS wurde bei der „Sondersitzung AGRAR: Künstliche Intelligenz“ vor mehr als 100 ExpertInnen von Prof. Dr. Bellingrath-Kimura (ZALF) vorgestellt. Prof. Dr. Reiner Brunsch, Sprecher des Forschungsverbundes gibt Statements zu beiden Ereignissen.

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  2. Leibniz-Werkstattbericht Landwirtschaft 4.0

    Chancen und Risiken für eine nachhaltige Agrarwirtschaft

    In der modernen Landwirtschaft werden bei der Produktion von Lebensmitteln bereits vielfältige Daten erhoben — beispielsweise über intelligente Technik, die den Landwirt beim Ackerbau entlasten soll. Diese Daten lassen sich auch für eine klima- und umweltfreundliche, nachhaltige Produktion sinnvoll nutzen.

    Leibniz-Werkstattbericht Landwirtschaft 4.0: Chancen und Risiken für eine nachhaltige Agrarwirtschaft

  3. Positionspapier 'Innovationsinitiative Landwirtschaft 4.0

    Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung, Technik und Technologien erfordern eine Vernetzung bioökonomischer Wertschöpfungsketten und interdisziplinäre Lösungsansätze. Hierzu werden Kooperationen zwischen Wissenschaft, Industrie, Politik und Zivilgesellschaft notwendig.

    Positionspapier 'Innovationsinitiative Landwirtschaft 4.0

Kontakt
Prof. Dr. Reiner Brunsch
Leibniz-Forschungsverbund "Lebensmittel und Ernährung"
T 0331 5699 105
rbrunsch@atb-potsdam.de