Nahrung für den Boden, Energiequelle und möglicher CO²-Speicher: Erntereste können mehr

Für die Landwirtschaft sind Pflanzenreste, die nach der Ernte auf dem Feld zurückbleiben, auf viele Arten nützlich. Stroh wird als Einstreu in Tierställen oder zum Mulchen von Feldern genutzt. Abgemähte Stoppeln und Wurzeln werden auf dem Feld untergepflügt und von Kleinstlebewesen im Boden zu fruchtbarem Humus verarbeitet. Dr. Ioanna Mouratiadou und Dr. Tommaso Stella vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. in Müncheberg sehen in Ernteresten aber auch Potential für Energieerzeugung und eine bessere Klimabilanz. In der Online-Wissensthek querFELDein der Leibniz-Gemeinschaft berichten sie aus ihren letzten beiden Studien zum Thema.

11/28/2020 · FV Lebensmittel & Ernährung

Humus erhöht die Fruchtbarkeit des Bodens und dessen Fähigkeit, Wasser zu speichern. Um die Bodenqualität zu erhalten, ist es ist also wichtig, übrigbleibende Pflanzenteile nach der Ernte im Boden kompostieren zu lassen. 

Dr. Ioanna Mouratiadou und Dr. Tommaso Stella vom ZALF untersuchten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Utrecht und Bonn, wie Erntereste bestmöglich für den Klimaschutz genutzt werden können, ohne dabei die Gesundheit von Böden oder andere Umweltschutzziele, wie zum Beispiel die Wasserqualität, zu beeinträchtigen. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen die Vor- und Nachteile zweier typischer Nutzungsszenarien für Erntereste. Ein Teil eignet sich als nachwachsende Energiequelle für die Stromerzeugung in Biogasanlagen. Erntereste auf dem Feld zu belassen kann auf der anderen Seite den Humusaufbau fördern und damit dazu beitragen, Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zu speichern und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. „Es braucht ein Management, das diese beiden unterschiedlichen Ziele gut ausbalanciert“, erklärt Dr. Ioanna Mouratiadou.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass ein integriertes, auf den Standort angepasstes Management von Ernteresten auf der Grundlage von Humusausgleich, optimierter Düngung und winterlicher Bodenbedeckung die größten Potenziale bietet, diese Interessenskonflikte auszugleichen. Wenn Erntereste gezielt und angepasst an den jeweiligen Standort gehandhabt werden, können sowohl die Bioenergieleistung des organischen Materials bestmöglich ausgeschöpft, als auch die Bodensubstanz verbessert und gleichzeitig Kohlenstoffdioxid-Emissionen und Nitratauswaschungen reduziert werden.

Zum Artikel in der querFELDein-Wissensthek

Zu den Studien

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/gcbb.12649

https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/ab395c

Mehr Informationen

https://youtu.be/0lUnSMvH1Ps

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